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Im Januar 2024 hat die IEEE den Standard 802.11be (WiFi 7) endgültig ratifiziert. Damit ist die siebte WLan-Generation offiziell und beginnt nun, die Gerätelandschaft zu prägen. WiFi 7 unterstützt Kanalbreiten von 320 MHz im 6-GHz-Band, eine 4096-QAM-Modulation und Multi-Link Operation (MLO). MLO erlaubt es einem Endgerät, gleichzeitig über mehrere Bänder zu kommunizieren. Theoretisch sind so bis zu 46 GBit/s möglich. Praktisch profitieren vor allem Anwendungen wie 8K-Streaming, AR/VR und latenzkritische Online-Spiele. Eine vollständige Übersicht der WLan-Standards findet sich in der entsprechenden Kategorie.
Mit WiFi 6E wurde 2021 das 6-GHz-Band für WLan freigegeben. In der EU stehen rund 480 MHz im Bereich 5945-6425 MHz zur Verfügung, in den USA und einigen anderen Ländern sogar das gesamte Spektrum bis 7125 MHz. Das neue Band bringt vor allem mehr Luft. Im 2,4-GHz-Band gibt es nur drei überlappungsfreie Kanäle, im 5-GHz-Band wird es in dichten Wohngebieten ebenfalls eng. Im 6-GHz-Band sind hingegen sieben 160-MHz-Kanäle verfügbar. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde der Indoor-Betrieb mit niedriger Leistung (LPI) freigegeben. Für den Außenbereich kommt zunehmend das AFC-Verfahren (Automated Frequency Coordination) zum Einsatz, das die Belegung mit anderen Funkdiensten koordiniert.
Die Wi-Fi Alliance hat WPA3 bereits 2018 zertifiziert. Inzwischen ist das Verfahren bei aktuellen Routern der Standard und bei WiFi-6E- und WiFi-7-Hardware sogar Pflicht. WPA3 ersetzt den klassischen Pre-Shared-Key-Modus durch SAE (Simultaneous Authentication of Equals). Dieses Verfahren tauscht den Schlüssel nicht mehr direkt aus, sondern leitet ihn aus einem kryptografisch sicheren Handshake ab. Offline-Wörterbuch-Angriffe gegen aufgezeichnete Handshakes funktionieren damit nicht mehr. Die alten Verfahren WEP und WPA mit TKIP sollten nicht mehr verwendet werden. Mehr dazu in der Kategorie Sicherheit.
2017 wurde mit KRACK (Key Reinstallation Attack) eine Schwachstelle im WPA2-Handshake bekannt. 2021 folgten die FragAttacks, eine Sammlung von Designfehlern bei der WLan-Fragmentierung, die fast jeden damaligen Router betrafen. Beide Probleme wurden über Firmware-Updates behoben. Wer einen Router älter als fünf Jahre einsetzt, sollte prüfen, ob noch Updates erscheinen. AVM, ASUS und TP-Link liefern für aktuelle Modelle in der Regel mehrere Jahre Sicherheits-Updates. Die einfachste Vorbeugung ist daher, Updates zu installieren und alte Hardware ohne Update-Pfad auszutauschen.
Im Smart-Home-Bereich teilen sich heute mehrere Funktechniken die Aufgaben. WLan bleibt die Wahl für bandbreitenintensive Geräte wie Überwachungskameras und Streaming-Lautsprecher. Für batteriebetriebene Sensoren und Schalter setzen sich Thread und ZigBee durch, beide arbeiten im 2,4-GHz-Bereich nach IEEE 802.15.4. Mit Matter existiert seit Ende 2022 ein gemeinsamer Anwendungsstandard. Matter läuft sowohl über WLan als auch über Thread und sorgt dafür, dass Geräte verschiedener Hersteller miteinander funktionieren. Für WLan-IoT-Geräte bietet WiFi 6 die Funktion Target Wake Time. Damit handelt der Router mit dem Endgerät feste Wachzeiten aus, was den Stromverbrauch deutlich senkt.
Klassische WLan-Repeater bauen ein zweites Funknetz mit eigener SSID auf. Endgeräte wechseln zwischen Haupt-Router und Repeater nicht selbstständig, was zu schlechtem Empfang trotz nahem Repeater führt. Mesh-Systeme lösen das anders. Mehrere gleichberechtigte Knoten bilden ein gemeinsames Netz mit einer SSID. Das Endgerät wechselt automatisch zum am besten erreichbaren Knoten, oft über 802.11k/v/r unterstützt. Bekannte Systeme für den Heimbereich sind Amazon eero, TP-Link Deco, Netgear Orbi und ASUS AiMesh. Auch die FRITZ!Box-Reihe von AVM kann ab Werk im Mesh-Verbund betrieben werden. Mehr zur Einrichtung findet sich in der entsprechenden Kategorie.
An öffentlichen Hotspots führt der erste Aufruf einer Webseite meist auf ein Captive Portal. Der Nutzer akzeptiert die Bedingungen und ist anschließend online. Da der Funkverkehr selbst häufig unverschlüsselt läuft, ist HTTPS auf der Anwendungsebene Pflicht. Praktisch alle großen Webdienste verschlüsseln heute Ende-zu-Ende. OpenRoaming und Passpoint (Hotspot 2.0) ermöglichen ein Anmelden ohne Captive Portal. Das Endgerät verbindet sich automatisch, sobald ein passendes Profil oder Zertifikat vorhanden ist. Im Hochschulumfeld bietet eduroam einen weltweiten Verbund: Studierende und Mitarbeitende loggen sich an jeder teilnehmenden Einrichtung mit den Daten ihrer Heim-Universität ein. Für zusätzliche Vertraulichkeit empfiehlt sich an offenen Hotspots ein VPN.
Die IEEE arbeitet bereits am nächsten Standard 802.11bn, vermarktet als WiFi 8. Der Schwerpunkt liegt nicht mehr auf reiner Geschwindigkeit, sondern auf Ultra High Reliability (UHR). Geplant sind unter anderem nahtloses Roaming zwischen Access Points, koordinierte Multi-AP-Übertragung und eine geringere Latenz für Echtzeit-Anwendungen. Eine erste Verabschiedung wird für etwa 2028 erwartet. Für die meisten Heimanwender bleibt WiFi 6E oder WiFi 7 in den nächsten Jahren völlig ausreichend.
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